Schimmernder Dunst über Coby County von Leif Randt

Das Buch füge ich der Vollständigkeit halber ein, da es den Abschluss meines kurzen Projekts Pop-Literatur bildet.
Ich habe es bei etwa 50 % Lesefortschritt abgebrochen.
Es begann mich ab einem gewissen Punkt zu langweilen – immer schneller und oberflächlicher blätterten die Seiten um.
„Wozu quälen, es interessiert dich einfach nicht mehr.“
Ich habe aktuell genug von Pop-Literatur.

Der Abschluss ist aber ein versöhnlicher.
Das ist perfekte Satire – aber auch tödlich in ihrer Wirkung:
Leif Randt nimmt das stilistische Flachland ernst.
Das Buch durchzieht eine sanfte Melancholie – ein Eindruck von vergangenem Ernst.
Der Ich-Erzähler lebt in einem abgeklärten Einverständnis mit medialen Codes.
Emotionen sind weichgezeichnet, unterkühlt.
Nur noch Stilrelationen. Stil ist das Einzige, das übrig ist.

Er formt es durch – so, dass aus der glatten Oberfläche eine eigenständige, glaubwürdige Erfahrungsform entsteht. Und genau das unterscheidet ihn von weniger gelungenen Texten, die nur mit Zitaten, Posen oder modischen Schlagworten hantieren, ohne daraus literarische Konsequenz zu ziehen.
Die Leere ist herrlich kontrolliert und ästhetisch durchgehalten. Das Leben ist ein ästhetisches Gleichgewicht ohne Affekt.
Alles, was eine Bewegung in Richtung Begehren oder Erfahrung wäre, wird sofort in Reflexion aufgelöst.

Für mich trägt diese Form lediglich nicht auf Romanlänge. Dafür bin ich zu ungeduldig oder schlicht zu wenig an diesen Menschen und ihrem Lifestyle interessiert. Mich betrifft das nicht und hat auch sonst keine Relevanz in meinem Leben.
Mich sediert so ein Stil.